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Die Weine Portugals - Zwischen Tradition und Zukunft
Die portugiesischen Weine sind extrem. Vor Errichtung der römischen Provinz Lusitânia hatte der Weinbau an Tejo und Douro Tradition. In ihren Tälern soll er sich bis ins 5. Jahrhundert
vor Christi nachweisen lassen. Portugiesische Weinbauer halten einerseits an ihren Traditionenfest,anderseits wurden in Portugal die ersten Markenweine “entdeckt”. Schwere Südweine aus Madeira oder die weltberühmte Portos
sind aus vielerlei Rebsorten gekeltert und mit unterschiedlichsten Grundweine verschnitten. Die großen Handelshäuser garantieren ihren Namen und Renomées für Qualität. Mit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Gemeinschaft
und bedingt durch die “Nelkenrevolution der Hauptleute” gewannen einzelne “Quintas”, häufig nicht mehr als 8 oder 10 ha große Weingüter, an Bedeutung. Bei Erträgen zwischen 25 und 50/ha kommen da nicht viele Flaschen
zusammen.
Portugiesische Rotweine brauchen häufig ein fünf-, sechs oder achtjähriges Faß- und Flaschenlager, um zu ihrer Höchstform zu erblühen. Die feinsten Weißweine Portugals sind jedoch jung und frisch ein Genuß; Vinho Verde ist wegen der frischen, an Minze und manchmal auch Gras erinnernde Düfte und seinen zarten Mousseaux ein beliebter Sommerwein. Bei uns im häufigen unwirtlichen Norden bereitet er an manch trostlosen Herbstabenden ein spritziges vergnügen.
Vinho Verde
Ein “Bauerntrunk” für Städter- das lassen jedenfalls die Weinkarten in Lissabon, Oporto, Faro und Coimbra vermuten. Vinho Verde - Grüner Wein - stammt aus
dem nördlichsten Weinbaugebiet Portugals, dem Minho.”... und recht moussierend soll er sein”, der Vinho Verde, da sich die Kohlensäure der Gärung im Wein als leichtes Britzeln und Prickeln im Wein wiederfindet. Aus vielen
Trauben wird Vinho Verde bereitet. Die Reben ranken sich an bäumen als Girlanden über Kartoffeln oder am Wegesrand als Schattenspender empor. Eigentlich will kein portugiesischer Bauer sein Ackerland nur dem Wein widmen,
ist der Weinbau ihm lediglich Nebenerwerb oder Liebhaberei. Vinho Verde wird jedoch auch rebsortenrein erzeugt. Trajadura, Loureiro und Alvarinho sind hierzu
geeignete Rebsorten. Die Quinta da Aveleda bietet, je nach Jahrgang, Trajadura und Loureiro an. Eine umfassende Modernisierung der Weinberge unterstützt
diese Spezialisierung. Bei der Weinlese können teilweise moderne Lesegeräte eingesetzt werden. Darüber hat der “Alvarinho” nichts von seinem Charme eingebüßt. Als Top-Alvarinho gilt weiterhin “Palácio da Brejoeira”, guten
Alvarinho bieten auch die Quinta da Baguinha oder Quinta de Alderiz, die im Handel kaum vertreten sind.
Dão
Der ewige Wein Portugals , weil seine Rebzeilen in Granitboden eingehauen wurden. Die Landschaft hat ihren Reiz. Das hügelige Relief lockert sich durch
karg wirkende Nadelgehölze und dann plötzlich sichtbare Rebzeilen an den Süd-hängen auf. Lämmer und Zicklein gelegentlich auf Wiesen oder naschen an süßen Trauben. Möglicherweise ist deshalb Cabrito, der braten vom eingelegten
Zicklein, eine der portugiesischen Delikatessen. Roter und Weißer wird im Dão - Gebiet erzeugt. Trotz sommerlichen Hitze erhält sich die markante Säure des
weißen Dão, begleitet im Alter von Honig und Meloneneindrücken. Roter Dão ist fast geschenkt: Häufig lagern die Weine mehr als zwei Jahre im Faß, dann in der
Flasche, bevor sie für “kleines Geld” in den Handel kommen. “Dão Garrafeira” sind jene portugiesische Reservas, die wenigstens drei Jahre lagern, häufig jedoch erst nach vier oder fünf Jahren abgegeben werden. Als erstklassige
Qualitäten gelten neben den Weinen des “Conde de Santar” die Marke “Grão Vasco” sowie Gutsabfüllungen von “Quinta da Insua” und “Quinta do Serrado”.
Bairrada
Nördlich von Coimbra, fast im Schatten der ältesten Universität Portugals liegt die “Bairrada” deren Namen sich vom Lehmboden ableitet; zusammen mit einem
Kalkuntergrund sind das gute Vegetationsbedienungen für Reben. Bairrada ist eines der bedeutendsten Rotweingebiete Portugals. Doch hat sich in den letzten
Jahren gezeigt, daß trockene Sommer - und kühle Herbstwochen weißen Reben eher zusagen. Etliche der portugiesischen Sekte werden aus Bairrada - Trauben gewonnen. Daneben bemühen sich Winzer, Weinbauern und auch Kellereien,
einen “modernen Bairrada” zu erzeugen: Die Maischegärung verläuft temperaturkontrolliert, um die fruchtigen Aromen zu erhalten; das Lesegut wird entrappt; der Anteil der Bitterstoffe ist reduziert. Weiterhin schmecken neben den
neueren die traditionell und häufig zehn Jahre gelagerten Wein authentischer.
Portweine
Edelstoff, von Engländern erfunden. Erste Weinlieferungen aus Portugal nach England sind urkundlich bis 1373 zurück dokumentiert. Mit den
Auseinandersetzungen zwischen Wilhelm von Oranien und Ludwig XIV. Beginnt die Porto- Geschichte. Als Ersatz für den verbotenen Import französischer Rotweine erkiesten englische Weinhändler die schweren Weine des Douro- Tals
in Nordportugal. Zugabe von Brandy während der Gärung sollte der Wein zu einem die Seefahrer ertüchtigenden machen. Bald zeigte sich, daß der süße Douro- Wein mit längerem Faß- oder Flaschenlager “gewinnt”: Seine Aromen
blühen auf; der kräftige Alkoholgehalt rundet sich mit unterschiedlichsten Geschmäckern, etwa Kakao, Vanille, Tabakdüften oder Eindrücken von Mandeln oder Beeren ab. Auf den Marquês de Pombal, dem Begründer des modernen
Portugal und Wiedererrichter Lissabon, gehen die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zur Erzeugung von Portwein zurück. 1756 begrenzte er das Potwein- Anbaugebiet und schuf so die erste “Appellation Controlée”.
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